Gemeinsam mit Freunden aus dem CVJM Esslingen und der Arbeitsgemeinschaft der CVJM (Kassel) starteten wir am 2. Mai 2008 zu einer 8-tägigen Besuchsreise nach Sambia. Wir, das sind Daniela und Stefan Riechel, Johannes Kurz und Friedhart Reiner (alle ehrenamtliche Mitarbeiter im CVJM München). Wir sind einer Einladung der Generalsekretärin des YMCA Sambia, Annie Ngwira gefolgt. Sie hatte zuvor im Mai 2007 an der internationalen Missionskonsultation in Magnetsried und am Europatag in Stuttgart teilgenommen. Unser Wunsch war es, die Mitarbeiter und die Arbeit des YMCA Sambia kennen zu lernen.
Ein wesentlicher Impuls im Vorfeld der Reise war eine Rede von Prof. Andrea Riccardi von der katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio, der uns vor Augen stellte, das wir in Europa eine Verantwortung für unsere Nachbarn in Afrika haben.
Sambia ist einerseits eines der ärmsten Länder der Welt. Rund 20% der Bevölkerung sind mit AIDS infiziert, die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 38 Jahren und die Arbeitslosenquote ist bei knapp 60%. Andrerseits ist Sambia sehr reich – nicht nur an Bodenschätzen sondern auch an kultureller Vielfalt. Sambia ist eine „Insel des Friedens“ umgeben von Konfliktregionen wie Kongo, Angola oder Mosambik. Seit Anfang der 80er Jahre gibt es den YMCA in Sambia. Die Mitglieder des YMCA kommen aus ganz unterschiedlichen konfessionellen Hintergründen. Sie sind Baptisten, Presbyterianer, Anglikaner oder gehören einer der neueren Pfingstkirchen an.
Es war eine beeindruckende Reise. Wir besuchten in mehreren Städten die örtlichen YMCA und ihre unterschiedlichen Arbeitszweige wie z.B. HIV/AIDS-Prävention, Berufsausbildungsprogramme (z.B. Nähwerkstätten), Taekwondo-Ausbildung, Schulen und Schulungseinrichtungen. Der YMCA will dort etwas tun, das gesellschaftliche Bedeutung hat. Und: Den Verantwortlichen im YMCA Sambia ist eine christliche Prägung ihrer Programme sehr wichtig.
Ein Erlebnis möchte ich erzählen: In Kitwe engagiert sich der YMCA sehr intensiv in der Kinder- und Waisenarbeit und in den Armenvierteln dieser Stadt. In einem Ortsteil gibt es keinen Zugang zu Trinkwasser. Die Bewohner müssen täglich eine halbe Stunde laufen, um mit dem Kanister Wasser aus einem Brunnen zu holen. Als wir die Kinder dort besuchten, konnten wir auch von unserem Glauben erzählen und was er uns bedeutet. Und sie haben sich riesig über unser Geschenk gefreut. Wir haben einen Fußball mitgebracht.
Die Menschen in Sambia sind freundlich, selbstbewusst und zuweilen auch keck. Wir sind mit den Menschen sehr leicht ins Gespräch gekommen und durch diese Begegnungen reich beschenkt worden.
In den nächsten Monaten werden wir die Erfahrungen gemeinsam auswerten. Eines aber ist jetzt schon klar: Wir haben Freunde gefunden in Sambia. Friedhart Reiner