Fünf Tage goldenes Prag



Studien- und Begegnungsreise im September 2008

Prag empfing uns an einem Spätnachmittag in goldenes Licht getaucht und durch einen kompetenten Stadtführer. Dieser verstand es, uns in der Altstadt und auf der Burg viele Zusammenhänge der böhmischen Geschichte und des Christentums nahe zu bringen. Das vierzehnte Jahrhundert war dabei genau so präsent wie die jüngere Geschichte und die Gegenwart. So haben die 23 CVJM-Mitarbeiter und Gäste schon in den ersten zwei Tagen tiefe Eindrücke bekommen und vieles gelernt. Manches, was wir vorher gelesen hatten, wurde uns erst vor Ort klar.
Ab dem dritten Tag besichtigten wir punktuell noch viel Sehenswertes, wie die Alt-Neu-Synagoge, die Teynkirche, St.Niklas auf der Kleinseite oder die deutsche Botschaft, wo die bewegenden Ereignisse von 1989 lebendig wurden. Dabei setzten wir auch persönliche Schwerpunkte und teilten uns in Gruppen. Trotz unseres lockeren Zeitplans hatten wir am Ende den Eindruck, fast alles Wichtige gesehen zu haben.
Das Besondere unserer Reise waren die Begegnungen. Schon am zweiten Tag empfing uns Kardinal Miloslav Vlk im Erzbischöflichen Palais. Er hatte uns in München schon zweimal besucht und vor der Mitarbeiterschaft des CVJM eindrückliche Ansprachen gehalten. Nun erlebten wir ihn, von einer schweren Krankheit genesen, in seinen eigenen Räumen. Das war eine kostbare Stunde mit vielen wichtigen Gedanken über Staat und Kirche, über den persönlichen Glauben, über die Bedeutung der Bewegungen und Gemeinschaften sowie über den Umgang mit Krankheit. Besonders eindrücklich war es, wie er über die Einzigartigkeit Jesu und die Bedeutung des Heiligen Geistes sprach. Wertvolle Stunden hatten wir auch mit einem Abgeordneten des tschechischen Parlaments. Er führte uns in zwei Klöster und durch das Erzbischöfliche Palais. Dabei kamen wir in Bereiche, die den meisten Touristen nicht zugänglich sind. Besonders eindrücklich waren seine Schilderungen aus der Zeit des Kommunismus. Als katholischer, in einer Bewegung engagierter Christ waren er und seine Freunde unter ständigem Druck.
Eine außergewöhnliche Begegnung hatten wir in St. Martin in der Mauer, einer historischen, für die hussitische Bewegung wichtigen Kirche. Ein evangelischer Pfarrer einer Vorstadtgemeinde kam mit zwei schweren Taschen, in denen er für uns Kaffee, Gebäck und Tassen brachte. Er beschrieb anschaulich die Evangelischen über sechs Jahrhunderte, ihr intensives Glaubensleben, ihre Kämpfe und ihre Leidensgeschichte.
Für uns alle war es wohltuend , dass wir in einem Zentrum der Fokolarbewegung wohnen konnten. Dort wurden wir nicht nur mit Hotelkomfort, gutem Essen und organisatorischer Perfektion verwöhnt. Wir hatten einen Abend der Begegnung mit einigen leitenden und verantwortlichen Personen dieser Gemeinschaft. So konnten wir sie und sie uns besser kennen lernen. Wir freuen uns schon, sie und die schöne Stadt Prag wieder zu sehen. Natürlich haben wir auch in vielen Restaurants gut gegessen, viele Cafés besucht und miteinander Spaß gehabt.

Werner Hübner

Suche:
  
Benutzer:
Passwort:
   Hier registrieren

Infos

Günter Pfauth
Tel. 089 552141-15

 

Reisen für alle Altersgruppen