


Die Verbundenheit ist doch so groß, dass, wenn die Wunden geleckt sind, die Hoffnung wiederkommt auf den nächsten Sieg, die nächste Chance. Und das schafft ein Heimatgefühl, das mitfährt zum nächsten Auswärtsspiel. Dieses heimatliche Gefühl hat etwas mit Durchhalten und Hoffen zu tun. Das nötigt einem wirklich Respekt ab. Aber all das schöne und heimatliche Fühlen ist abhängig von Menschen, von siegreichen Menschen. Würde der FCB länger in der 2. Liga dümpeln, würde die Anzahl der Fans wohl deutlich schrumpfen.
Heimat: Mehr als ein schönes Gefühl
Schöne Heimat? - Nicht nur Menschen, auch ein Heimatort kann enttäuschen. Wenn man nach längerer Abwesenheit zurückkommt und alles anders ist. Die Vertrauten sind tot, die jetzigen Bewohner oder sogar Verwandte irgendwie fremd. Neue Gebäude überall. Wie müssen sich Menschen nach dem Krieg gefühlt haben, als ganze Orte und Gemeinschaften zerstört waren. Was bleibt dann von der Heimat, von den vielbesungenen, beschriebenen und missbrauchten Gefühlen?
Heimatlos, wenn es keine Erfolge gibt oder wenn die Umstände – Dinge und Menschen – sich ändern?
Ein unbarmherziger Gedanke! Heimat kann – muss – doch noch mehr sein als gemeinsame Erlebnisse, ein schönes Gefühl an und von Vergangenem und Erinnerungen; auch mehr als Neuanfang und Hoffnung auf bessere Zeiten.
Das tragfähige Fundament
Ein Blick auf das Volk Israel ist hilfreich – vertrieben, geknechtet in der Fremde, gesammelt und zerstreut, wieder gesammelt – und doch das gemeinsame Ziel, das gemeinsame Fundament immer mitnehmend. Ein Fundament, das zwar oft verworfen wurde, aber dann doch getragen und gehalten hat. Heimat hat hier zwar auch mit einem Ort zu tun – aber eben nicht nur. Es hat zu tun mit einem gemeinsamen Verständnis, einem gemeinsamen Glauben; mit gleichen Werten und sehr viel mit Gemeinschaft. Ein bestimmter Ort ist dafür nicht Voraussetzung. Und schon gar nicht der Erfolg von Menschen.
Heimat zu haben ist ein großes Geschenk.
Bettina Peter