

Der Monatsspruch für November passt zu dem Thema, das uns im CVJM München in diesem Jahr besonders beschäftigt. Beim Propheten Jesaja, Kapitel 58, Vers 10 steht:
„Wenn du den Hungrigen dein Herz finden lässt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen.“
Schon seit Jahren sehen wir im CVJM vier Grundaufträge:
Die Ausbreitung der guten Nachricht von Jesus Christus, den Aufbau einer tragfähigen Gemeinschaft, die Hilfe zur Gestaltung des Lebens und das Miteinander der Christen verschiedener Prägung.
Dabei, so hatten wir formuliert, wollen wir den Bedürftigen nahe sein. Dieses Anliegen der Barmherzigkeit ist uns derzeit besonders wichtig und neben Evangelisation und Seelsorge unser Jahresthema. Der Monatsspruch drückt es unnachahmlich aus: „dein Herz finden lässt“ und erinnert uns so am Ende des Jahres an dieses wichtige Thema.
Es ist uns ein Anliegen, in allen Gruppen und Kreisen den Menschen mit ihren Anliegen nahe zu sein. An zwei Stellen in unserer Arbeit gehört die Barmherzigkeit zum Programm. Im Jugendzentrum gibt es nicht nur tolle Spiele, sondern auch offene Herzen für die Probleme und einen liebevoll zubereiten Mittagstisch. Beim Matthäusfrühstück gibt es ein kräftiges Wort zum Nachdenken, ein kräftiges Frühstück und viel Bereitschaft zu Anteilnahme. Beide Projekte werden mit hohem Einsatz vieler Mitarbeiter gestaltet. Unsere Frage ist, ob dies reicht oder ob wir das Anliegen Gottes näher an uns heran lassen müssen. Im Juli hatten wir in der Mitarbeiterschaft dazu zwei sehr eindrückliche Predigten von auswärtigen Gästen.
Dave Quintana aus den USA gehört zu der ökumenischen Gemeinschaft „Schwert des Geistes“ in Belfast. Sein Thema: „The Heart of God and the Mercy to those in Need“ war genau das unsere und passt zu dem Monatsspruch. Er stellte uns die Frage, ob wir mehr von Gottes Herzen für andere haben wollen und zitierte: „Was Gottes Herz bricht, soll auch mein Herz brechen.“ Mutter Teresa habe von sich gesagt, sie sei tödlich verwundet von der Liebe Gottes. Es ist unverdiente Gnade Gottes, dass wir persönlich und miteinander einen reichen Schatz haben; hier ist Freigiebigkeit gefragt. Mit welcher Haltung begegnen wir anderen: „du bist willkommen“ oder „geh mir weg“. Gott setzt die Leute in unser Leben, die wir brauchen.
Walter Heidenreich ist Gründer und Leiter der Freien Christlichen Jugendgemeinschaft in Lüdenscheid. Er sprach zu dem Thema „Barmherzigkeit“ anhand biblischer Texte und vieler persönlicher Erfahrungen. So erzählte er die Geschichte von dem barmherzigen Samariter (Lukas 10). „Barmherzigkeit ist das Wesen Gottes (Micha 7, 18).“ Er berichtete von einer Begegnung mit Mutter Teresa: Sie sei tief von der Barmherzigkeit getroffen; aus ihren Augen strahlte Jesus. „Die Barmherzigkeit triumphiert über das Gericht. Die Liebe Gottes ist die stärkste Waffe.“ Sehr bewegend waren die persönlichen Geschichten, wo Menschen weit außerhalb bürgerlicher Normen ergriffen wurden von der Liebe Jesu. Wichtig waren auch die Beispiele, wo Walter Heidenreich auf innere Impulse hin zu fremden Menschen ging, um ihnen Gutes zu tun oder ihnen in schwierigen Situationen zu helfen.
Wir wünschen uns, dass das Gehörte unter uns eine Kultur der Barmherzigkeit entstehen lässt.
Ihr Werner Hübner
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