

Ein einsames Dorf, irgendwo im Südwesten Deutschlands. Es ist August, und die hügelige Landschaft lädt eigentlich zum romantischen Verweilen ein. Nicht so für die Jugendgruppe, die sich im Rahmen einer Survival-Tour mit minimalem Proviant und Gepäck auf den Weg macht, um ihr heutiges Tagesziel zu erreichen. Das einzige Hilfsmittel zur Orientierung ist ein Kompass, mit dem die Jungen die vorgegebene Marschzahl in der Wildnis anpeilen können. Das gesuchte Übernachtungsziel befindet sich in der übernächsten Hügelkette, mitten im Wald. Direkt darüber ragt ein großer Strommast aus der Landschaft heraus. Dank dieses unübersehbaren Orientierungspunktes findet die Gruppe – trotz unwegigen Geländes, Bachdurchquerungen und einbrechender Dunkelheit – schließlich ihr Ziel. Der Mast leitete den Weg.
Welche Orientierungspunkte haben wir heute in unserem Leben? Was können wir tun, wenn wir die anvisierten Zielkoordinaten ständig verpassen, sei es privat, beruflich oder auch als ganze Gesellschaft? Was sind überhaupt verlässliche Meilensteine, die wir anvisieren können?
David, der Schreiber des 16. Psalms, wurde in seinem Leben mehr als einmal schmerzlich von Menschen enttäuscht. Er wurde belogen, gedemütigt und verfolgt. Seine einzige Rettung ist es, zu Gott zu sagen „Du Herr, bist alles, was ich habe; du gibst mir alles, was ich brauche.“
Als Orientierungspunkte nimmt er sich nicht naheliegende Menschenworte, Herrschaftsfantasien oder Zukunftsträume vor. Er weiß, dass diese genauso zum Wanken führen wie ein sumpfiger, steiniger und verworrener Pfad. Er beschließt, Gott selbst als Zielkoordinate zu wählen und stellt dabei Erstaunliches fest: Der, der als personifiziertes Ziel VOR ihm liegt, ist gleichzeitig derjenige, der als Beistand NEBEN ihm her geht. „Ich werde fest bleiben“ – welche ein lohnender und Mut machender Ausspruch.
Diesen Beistand Gottes habe ich persönlich auf verschiedene Weisen erlebt – im Dialog mit anderen Christen, im Bibelstudium, im hörenden Gebet, im Zupacken und dabei angewiesen sein auf Gottes Kraft. Gefestigt hat es mich und meinen Weg allemal.
Auch Ihnen wünsche ich von Herzen diesen konkreten Beistand Gottes im neuen Jahr.
Ihr Matthias Ritter
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