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Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen! (Apostelgeschichte 1,8)



„Ihr werdet …“ – das steht da so einfach! Aber „so einfach“ oder „einfach so“ kam der Geist doch nicht über die Jünger: Sie haben sehr lange und geduldig mit Fasten, Beten und Glauben warten müssen. Fünfzig „Stille Tage“ in Wartehaltung! Aber dann kam ER doch noch über sie – und so wurde dann die Gemeinde Jesu auf dieser Erde. Wie ein Feuer breitete sie sich aus.

Was beim Turmbau zu Babel zur „Zerstreuung“ geführt hatte – die Überheblichkeit und der Egoismus – das führte nun durch den Heiligen Geist zu Buße und Erneuerung und damit Gründung der Gemeinde Jesu auf dieser Erde. Göttliche Dynamik verändert seitdem die Welt.

Allerdings: Schon einige Jahrhunderte später hat die „Lust an der Macht“ wieder alles kaputt gemacht. Aus der machtlosen, aber vollmächtigen Kirche Jesu Christi wurde machtvolle, aber vollmachtlose Kirche.

Und heute? Jetzt leben wir wieder in einer „Neuen Zeit“: Die Kirche Jesu Christi entdeckt aufs Neue - weltweit - das Geheimnis der Vollmacht. Das Wirken des Geistes verändert die Welt - unbemerkt von den Medien(!). Millionen von Menschen kommen zum Glauben – vor allem in Afrika, in Südamerika und China. So wie Jesus es gesagt hatte: Die „Armen“ kommen zum Glauben – die Reichen, die Weisen und die Klugen gehen (fast) leer aus. Jesus jubelt darüber! (Matth. 11,25) Gleichzeitig verändert Gott die Christenheit: Die „Konfessionen“ werden immer unwichtiger. Gott sammelt „Seine Braut“ und reinigt sie.

Und wir? Glauben wir wirklich, dass der Heilige Geist soviel Macht hat, auch in unserem CVJM, in unserer Stadt, in unserem Land noch mal neu aufzubrechen? Könnte dann die „Wirtschaftkrise“ noch mal einen ganz anderen Sinn bekommen? Was geht uns durch den Sinn, wenn wir von der „neuen Armut“ hören?

Könnte es sein, dass Gott auch mit uns noch mal ganz anderes im Sinn hat? Könnte vielleicht diese „Erschütterung“ (Hebr. 12,26) auch zu einer Gnade Gottes für uns und unser Land sein?

Gottes Liebe will noch viele erretten! Ist unsere Liebe, unser Glaube bereit und wach für Gottes Handeln? Sind wir „voll Geistes“, oder was erfüllt unser Herz? Wovon sind wir „voll“?

Sind wir wirklich bereit zum Aufbruch zu neuen Ufern und zu neuer Hingabe an IHN und Sein Werk? Und – vor allem – was darf es uns kosten? Welchen Stellenwert hat das Reich Gottes in der Werteskala unseres Lebens? Karl-Heinz Jakobi hat mal gesagt: „Ich möchte das Mass der Wunder nicht auf meine bisherige Lebenserfahrung gründen, sonst kann ich nicht mehr über das Wasser gehen.“

Gott sagt: Ihr werdet…! Und wir? Sind unsere Bedenken evtl. grösser als unser Glaube? Oder antworten wir auch mit unserem „Ich will…?“ Lasst mich schliessen mit einer Fabel die K.-H. Jakobi vor vielen Jahren zitierte: „Die Fabel vom Auge“.

Das Auge sagte eines Tages: „Ich sehe einen  Berg im Dunst – ist er nicht wunderbar?“ ---- Das Ohr lauschte und sagte: „Ich höre keinen Berg.“ ---- Darauf sagte die Hand: „Ich versuche ihn zu greifen; Ich finde keinen Berg.“ ---- Die Nase sagte: „Ich rieche keinen Berg. Da ist nichts.“ ---- Nach einiger Zeit sagten alle Drei: „Mit dem Auge stimmt was nicht!“

Ob wir wieder ganz neu „Sehende“ werden?

Ihr Wilhelm Bläsing

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