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Die Vorankündigung zum 14. April 2007:
Eine Einführung in die Musikgeschichte mit Privatdozent Dr. phil. habil. Claus Bockmaier.
Ein Abend nicht nur für "Klassikspezialisten" sondern auch für "weniger geübte Ohren"! Dr. phil. habil. Claus Bockmaier, Privatdozent am Institut der Musikwissenschaft an der LMU, macht Sie bereits jetzt fit für das Händeljahr 2009! Am 14. April 2009 jährt sich Georg Friedrich Händels Todestag zum 250. Mal.
Händel, einer der Großen der Europäischen Musik, war seiner Zeit voraus. Anders gesagt Händel ist ein überaus moderner Komponist. Unser Referent deutet dieses auch mit dem Schlagwort "Händel is powerpoint in music"
an. Was das bedeutet, können Sie am 19. April 2007 im CVJM Haus Landwehrstr. 13 erfahren.
Das Kulturbistro »Spätschicht – sprich mit.« lädt Sie herzlich zu diesem Abend ein. Das Büfett wird um 18.30 Uhr eröffnet, das Programm startet um 20 Uhr. Freuen Sie sich nach einem stressreichen Arbeitstag auf einen entspannenden Abend. Genießen Sie, vielleicht zusammen mit Ihren Freunden und Arbeitskollegen, in gelungener Bistroatmosphäre Ihren Feierabend.
Nur Ihre Ohren werden in unserem kleinen "Ertüchtigungsprogramm" für Klassikfreunde, oder die es werden wollen, etwas gefordert. Das "Ertüchtigungsprogramm" umfasst eine kleine Einführung in die Musikgeschichte, die in den Händel´schen Oratorien vertieft wird. Der Abend wird garantiert nicht langweilig!
Text: Daniel Bittermann
Ein Bericht:
Der geniale Plagiator: Ein Abend über Georg Friedrich Händel
"Fire! Fire! Fire!" -
schallt es kriegerisch durch den Raum. Hart knallen Schuhabsätze im Takt, die Holzbühne vibriert. Zuschauer zucken unwillkürlich zusammen. Der Referent arbeitet mit vollem Körpereinsatz, schließlich geht es gerade um die siebte der ägyptischen Plagen. Oder zumindest um die Form, in die sie Händel in seinem musikalischen Werk goss.
Dr. phil. habil. Claus Bockmaier führte mitreißend durch den Spätschicht-Abend, der unter dem Titel "Georg Friedrich Händel - nicht nur für Klassikspezialisten" am 19. April 2007 in der Landwehrstraße stattfand. Etwa 40 Zuhörer lauschten gebannt. Der Dozent am Institut der Musikwissenschaft an der LMU zeigte anhand einer schönen Präsentation, wie Händel selbst an den kleinsten Details seiner Oratorien und Opern feilte.
Das ist besonders aufschlussreich bei den Werken, die Händel von anderen Komponisten übernahm und umgestaltete. Händel bediente sich ganz unbekümmert. Böse Zungen lästern gar, er habe kaum etwas Großes aus eigener Kraft zustande gebracht. Zur Ehrenrettung erwähnt Bockmaier, dass der zeitgenössische Begriff von Originalität nicht viel mit heutigen Vorstellungen zu tun hatte. Viele Meister wurden zudem gerade erst durch Händels Überarbeitung richtig gut. Händel selbst war Opfer unautorisierter Aufführungen seiner Werke.
Besonders eindrucksvoll wird der Abend beim so genannten Hagelchor aus dem englischsprachigen Oratorium "Israel in Egypt". Bockmaier zeigt ganz genau auf, wie der Satz vor und nach Händels Bearbeitung aussah, warum die Überarbeitung gerade an bestimmten Stellen erfolgte und welche Effekte die Veränderungen mit sich brachten. Viele Hörbeispiele kombiniert mit grafisch gut aufgearbeiteten Partituren veranschaulichen den Vortrag, dazu die bestimmt deutenden Hände des Dozenten, das Aufstampfen mit dem Fuß und – "Fire!"
Erleichtert darüber, dem Zorn Gottes diesmal nur in Gestalt von Händels musikalischer Ausgestaltung begegnet zu sein, konnten sich die Besucher nach dem Vortrag am Buffet ausgiebig erfrischen.
Text: Dr. Walter Graßmann Erstellt: 12.05.2007
Die Vorankündigung zum 28. Juni 2007:
Die Referentin, Frau Dr. phil. Beate Beckmann-Zöller, schreibt:
Jesus und Mohammed gelten als Religionsstifter und predigten eine neue Botschaft, Jesus den Juden und Mohammed den Arabern. Wie nah und wie fern sind sich die beiden eigentlich? Das fragen sich viele nicht erst seit dem Karikaturen-Streit oder der Papstrede in Regensburg im letzten Jahr 1.
Jesus wird als Sohn Gottes bezeichnet. Für Muslime wäre es dagegen eine Schande für Allah, ein Kind zu haben - warum? Mohammed gilt als Allahs Gesandter. Er darf - wie auch Allah - nicht bildlich dargestellt werden (es sei denn mit einem Schleier vor dem Gesicht), warum ist das bei Jesus anders?
Welche Vorstellung von Gott steckt jeweils hinter ihrer Predigt, hinter ihrem Gebetsleben? Wie begegnet ihnen jeweils Gott am Beginn ihres Wirkens? Jesus predigt die Liebe zu unseren Nächsten und zu unseren Feinden, und die Versöhnung mit Gott. Mohammed predigt über Allahs Fürsorge und Rechtleitung, und über die Folgen für diejenigen, die sich Allah widersetzen.
Dr. phil. Beate Beckmann-Zöller (Jahrgang 1966) stellt Grundzüge aus dem Leben und der Lehre der beiden großen Religionsstifter vor. Sie forschte und lehrte 10 Jahre am Lehrstuhl für Religionsphilosophie und vergleichende Religionswissenschaft an der TU Dresden, mit dem Schwerpunkt des Vergleichs zwischen den Religionen. Dabei war sie Mitarbeiterin von Prof. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz. Seit 2003 lebt sie mit ihrer Familie in München und lehrt hier als nebenberufliche Dozentin an der Katholischen Stiftungsfachhochschule für Soziale Arbeit. Sie ist Mitglied der Gemeinschaft Immanuel Ravensburg. "Ich möchte in meinem Vortrag darstellen, was Muslime über Mohammed glauben und was Christen über Jesus glauben. Dabei werde ich vor allem die Unterschiede verdeutlichen, aber auch immer wieder auf Ähnlichkeiten verweisen. Durch Unterschiede zeigt sich deutlicher, was das Besondere an Mohammed, und was das Besondere an Jesus ist. Missverständnisse können dadurch aufgeklärt werden, damit man miteinander in Frieden leben kann. In Frieden miteinander leben heißt nicht in Gleichgültigkeit leben, sondern heißt, daß man den Glauben des anderen kennt und respektieren kann, auch wenn man ihn nicht teilt. Der Papst rief immer wieder Muslime und Christen zur Zusammenarbeit auf, denn beide Religionen glauben an einen einzigen Gott:"
"So sollten sich Anhänger beider Religionen engagieren für »Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Frieden« 2, auch wenn unsere Bilder von Gott sehr verschieden sind, wie ich es auch in meinem Vortrag ausführen möchte."
Text: Dr. phil. Beate Beckmann-Zöller
Anmerkung der Redaktion: - zu 1: Ansprache von Benedikt XVI. in der Aula Magna der Universität Regensburg am
Dienstag, den 12. Sept.2006 - zu 2: II. Vatikanischer Konzil aus der Erklärung Nostra Aetat über das Verhältnis der
Kirche zu den nichtchristlichen Religinonen
Ein Bericht:
Jesus oder Mohammed? "Eigentlich muss man Jesus mit dem Koran, Mohammed aber mit Maria vergleichen."
Am leichtesten lernt man durch Gegenüberstellungen. Dies war beim gut besuchten Spätschicht-Abend in der Landwehrstraße 13 am 28. Juni 2007 der Rote Faden von Dr. phil. Beate Beckmann-Zöller. Die Religionsphilosophin und Dozentin an der Kath. Fachhochschule für Soziale Arbeit München führte über 75 interessierte Zuhörer mit Hilfe überraschender und manchmal auch provozierenden Vergleiche durch den Vortrag zum Thema "Jesus und Mohammed: Leben, Motive und Ziele der zwei Religionsstifter".
Der Vortrag befasste sich z.B. mit dem Bilderverbot, mit Mohammeds Leben als Religionsstifter im Vergleich zum Leben Jesu sowie mit der Haltung Jesu zur Gewalt. Ein wichtiger Aspekt, den Beate Beckmann-Zöller herausstrich, war die Stellung Mohammeds und des Korans innerhalb des Islams im Vergleich zum Christentum: Die Berufung Mohammeds durch Allah geschieht durch einen Engel. Dieser Engel offenbart ihm den Text der Suren. Mohammed sieht sich als Sklave Allahs. Die Visionen Mohammeds werden zwanzig Jahre nach seinem Tod aufgeschrieben. Der Wille Allahs wird zu einem Buch, dem Koran. Dies kann man mit der Menschwerdung Gottes im Christentum vergleichen. Jesus ist, im Gegensatz zu Mohammed, der Sohn Gottes. Maria wird verkündigt, dass sie das Wort Gottes zur Welt bringen soll. Jesus steht im Christentum als lebendiges Wort über der Bibel. Die Bibel aber ist das verschriftlichte Wort Gottes.
Der Vortrag befasste sich z.B. mit dem Bilderverbot, mit Mohammeds Leben Ihren Vortrag schloss Dr. phil. Beckmann-Zöller, Mitglied der katholischen Gemeinschaft Immanuel Ravensburg, mit dem Aufruf an die Christen, ihren Glauben sichtbarer und öffentlich zu leben. Dazu gehört z.B. die Teilnahme an der Eucharistie und an Wallfahrten.
Text: Dr. Walter Graßmann
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