

Am 15. Januar 2008 machte ich mich mit viel Vorfreude auf die weite Reise in den fernen Osten. Dort sollte ich für drei Monate im YMCA Penang (Malaysia) und einen Monat im Metropolitan YMCA Singapur als Volontärin mitarbeiten. Natürlich war ich schon sehr gespannt auf das, was mich erwarten würde.
Als ich am Flughafen in Penang von der freundlichen und hilfsbereiten Generalsekretärin des YMCA, Ms Ong, abgeholt wurde, war ich überrascht von ihr zu hören, dass es mit ihr nur drei weitere Christen im YMCA gibt.
Mit hinduistischen Indern, buddhistischen und taoistischen Chinesen und muslimischen Malaien spiegelt der YMCA hier die multikulturelle und multireligiöse Gesellschaft Malaysias wider. In dieser ungewohnten Umgebung habe ich während meiner ganzen Reise Gottes Bewahrung und Segen in den Beziehungen zu den vielen Menschen im YMCA erfahren. Sie kümmerten sich total herzlich um mich und machten mich mit ihren verschiedenen, interessanten Sitten und Gebräuchen bekannt. Immer wieder war ich sehr angerührt von der unglaublichen Offenheit, Großzügigkeit und Gastfreundschaft. So konnte ich unter anderem das höchste, religiöse indische Fest Taipusam in einer indischen Familie miterleben, besichtigte Kuala Lumpur, die Hauptstadt Malaysias, feierte das chinesische neue Jahr für eine Woche in der Familie einer Kollegin und wurde auf eine richtig große indische Hochzeit eingeladen. Diese und andere unvergessliche Erlebnisse waren eine sehr große Bereicherung für mich und haben sicher meinen Blick für die Welt und ihre verschiedenen Kulturen geweitet (Das merke ich auch teilweise erst jetzt wieder zurück in Deutschland, wo ich manches mit einem weiteren Blickwinkel sehe und Neues entdecke.).
Den größten Teil meiner Zeit in Penang half ich im „YMCA-Self-Reliance Center for the Deaf“ mit. Bei dieser Arbeit mit hörgeschädigten, tauben und teilweise auch geistig beeinträchtigten Kindern durfte ich die Kleineren unterrichten und dazu erstmal die Zeichensprache lernen, was eher über „learning by doing“ lief und mir richtig Spaß gemacht hat. Ich habe sehr viel mit ihnen und meinen tauben Arbeitskollegen gelacht und gescherzt.
Besonders dankbar bin ich Jesus dafür, wie er mich in Malaysia mit allem, was ich brauchte (und noch weit darüber hinaus!) versorgt und gesegnet hat – nicht zuletzt durch die lieben Menschen, mit denen ich unterwegs war und die sich Zeit für mich genommen haben. Vor allem die ganze Familie Ong ist im Laufe der Zeit wie eine Gastfamilie für mich geworden. Bei ihnen habe ich erfahren was es heißt, Gastfreundschaft und Hingabe zu leben und „the extra mile“ zu gehen.
Auch in Singapur wurde ich unglaublich herzlich und gastfreundlich empfangen und erlebte hier den gleichen kulturellen „melting pot“ wie in Malaysia. Andererseits konnte ich aber auch einen starken Unterschied zwischen diesen beiden Ländern feststellen. In Singapur pulsiert das Leben noch viel mehr, geht es viel schneller und belebter zu und die Gesellschaft ist sehr auf Leistung, Erfolg, Arbeit und Performance fokussiert. Auf diese Umstellung musste ich mich schon erst einstellen und habe gemerkt wie wichtig es ist, sich Zeiten der Ruhe im Gebet und im Bibellesen zu nehmen. Im Singapur Metropolitan YMCA lernte ich verschiedene Departments (Department of Public Affairs, Department of Continuing Education and Enrichment, Child Care, Com-munity Outreach) kennen.
Ich bin Gott sehr dankbar für die Erfahrungen, den vielen Segen, den ich erleben durfte und für die Beziehungen und Freundschaften, die angefangen haben. Elisabeth Baur
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