CVJM Dreieck

Christlicher Verein Junger Menschen München e.V.

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Titel: CVJM München e.V.: Spätschicht

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Ein Abend mit Schwester Bernadette im Kulturbistro Spätschicht



Neugierig verfolgen die Zuschauer das Gespräch auf der Bühne, daneben beäugen zwei Kameras eines christlichen Fernsehsenders das Geschehen. Schwester Bernadette stellt die „Aktion Auswege“ vor. 2005 melden sich im Pfarrbüro von St. Joseph in Schwabing immer mehr arbeitslose Menschen. Ihre Bitte lautet: „Macht doch etwas für uns!“ Daraus entstanden zunächst regelmäßige Treffen. Um den Betroffenen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern, starten Bewerbungstrainings, dazu fertigte man Empfehlungen an Firmen aus.

„Eines ergibt sich aus dem anderen.“ Ganz bescheiden erläutert die Schwester in Ordenstracht ihre vielen karitativen Projekte. So sehr sich der Moderator auch müht – mehr als eine Handvoll Sätze je Initiative sind ihr nicht zu entlocken. Dass es trotzdem zu einer halben Stunde Interview reicht, liegt wohl daran, dass Schwester Bernadette gleich eine ganze Reihe solcher Projekte angestoßen hat. Da sich die Arbeitslosigkeit auch auf die Familie und ganz besonders auf die Kinder auswirkte, sprang der Bezirksausschuss ein und stellte einen Raum in der Arcisstraße zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit der „Münchner Tafel“ gelang es, etwas zur Verbesserung der oft mangelhaften Ernährung zu erreichen. Spender stießen zur Initiative, Netzwerke und Nachbarschaftshilfen entstanden, eine Psychologin und

ein Rechtsanwalt boten freiwillig Hilfe an, Schwester Bernadette fand schließlich Zugang zum Sender „Lora“, wo sie Projekte in der Sendung „Gegensprechanlage“ vorstellen kann. Sogar eine Selbsthilfegruppe von arbeitslosen Schauspielern konnte gebildet werden. Mit den Mimen

produzierte die Schwester kleine Clips. Ein weiteres Projekt dreht sich um das gesunde Kochen mit Hartz-IV-Empfängern. Die Idee entstand aus der Erfahrung heraus, dass viele Betroffene mit ihren knapp bemessenen Mitteln oft gar nicht recht wissen, wie man Nahrung gesund und gleichzeitig preiswert zubereiten kann. Schwester Bernadette fahndet noch nach geeigneten Rezepten. Ihre Motivation für die vielen Aufgaben und Projekte liefert ihr Glaube. Ohne den Halt bei Gott käme sie mit den Herausforderungen nicht zurecht. Schwester Bernadette sieht sich nicht von den Menschen, sondern von ihrem Schöpfer abhängig. Die Bibel ist ihr wichtig, jeden

Tag liest sie darin. Ihr Motto lautet: „Nicht nur reden, sondern handeln.“ Jeder Mensch habe eine eigene Berufung, jeder könne etwas. Finde

man diese Berufung nicht gleich, so könne man eines nach dem anderen durchprobieren. Für die nächste Zeit hat Schwester Bernadette große Pläne. Sie sucht ein Haus mit 700 qm. Für das Benedikt-Café. Dort sollen ein Mittagstisch eingerichtet werden, eine Künstleragentur ihren Platz finden, kleine Betriebe und Firmen einziehen usw.

Wie sie bei der Suche vorgeht? Eines ergibt sich aus dem anderen.

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