

Vom 27. bis 30. Mai fand in Lima die 8. südamerikanische Missionsnetzkonferenz statt. Sie trug den Titel: „Am Reich Gottes bauen und Ökumene. Prinzipien und Werkzeuge, um unsere Mission zu erfüllen.“
Zusammen mit Martin Meißner (Präsident des CVJM- Weltbundes), Volker Klein (Generalsekretär der CVJM-AG), Gerhard Proß (leitender Referent des CVJM Esslingen) und Joachim Schmutz reiste ich aus Deutschland nach Lima, um die deutsche Delegation zu formieren.
In einem Tagungszentrum nahe Limas trafen wir auf ca. 100 weitere Mitglieder der internationalen CVJM-Familie aus elf verschiedenen Ländern, vornehmlich jedoch aus Lateinamerika. Wir waren ein „bunter Haufen“ aus jungen Mitarbeitern, alten Hasen, Haupt- und Ehrenamtlichen. Gleich am ersten Abend wurde durch mehrere Spiele, fröhlichen Lobpreis und viel Bewegung eine lockere Atmosphäre geschaffen und jeder fühlte sich durch die südamerikanische Herzlichkeit sofort willkommen.
In vier verschiedenen Referaten wurden die Themen „Bau des Reiches Gottes“ und „Ökumene“ behandelt. So sprach Martin Meißner über die Pariser Basis und führte vor Augen, dass der christliche Anteil im CVJM keine Strategie ist, um Leute zu erreichen, sondern seit der Beginn des Vereins den Kern der Bewegung bildet. Es folgte eine mitreißende Predigt von Samuel Stephens (Vize-Präsident des Weltbundes), in der er nochmals deutlich aufzeigte, wie wichtig es ist, dass jeder einzelne Mitarbeiter Jesus als Herrn anerkennt und Seinen Blick auf die Menschen hat. Nur aus dieser Haltung heraus und mit der Liebe und Kraft Gottes können wir dem besonderen Dienst, den wir im CVJM leisten, nachgehen. An den Nachmittagen hatten wir jeweils verschieden Arbeitsgruppen, in denen versucht wurde, praktische Konsequenzen des zuvor Gehörten zu erarbeiten. Am zweiten Abend fand ein Gebetsabend statt, bei dem sich viele Mitarbeiter segnen ließen und jeder nochmals ganz persönlich mit Gott ins Gespräch kommen konnte.
Am folgenden Tag wurde in zwei Referaten das Thema „Ökumene“ behandelt. Zunächst erinnerte Gerhard Proß uns nochmals daran, dass der CVJM seit seiner Gründung ökumenisch ist und dass die weltweite CVJM-Bewegung der lebendige Glaube verbindet, nicht die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kirche. Die Offenheit des CVJM gegenüber anderen Konfessionen demonstrierte er am Beispiel der Bewegung „Miteinander für Europa“. Nachmittags predigte ein anglikanischer Priester, Alberto Valdivia Cier aus Peru über die Voraussetzungen der Ökumene innerhalb des CVJM. Sehr eindrücklich macht er uns klar, dass die Einheit der Christen das Charisma des CVJM ist. Um diesem treu bleiben zu können, müssen wir uns in Christus „treffen“ und verbinden.
Während der ganzen Konferenz herrschte eine unglaubliche Offenheit und man hatte den Eindruck, dass die Botschaft der Impulse übergesprungen ist, was auch aus vielen Rückmeldungen zu erkennen war. Zur Freude aller waren dieses Jahr das erste Mal Brasilien und Argentinien bei dieser Art von Konferenz vertreten. Über die Anfrage des brasilianische YMCA an den deutschen CVJM beim Aufbau einer christlich-missionarischen Arbeit mitzuhelfen, freuten sich alle sehr. Zum Abschluss wurde eine Charta verabschiedet, in der explizit die Pariser Basis als Fundament jeglicher Arbeit des CVJM zu Grunde gelegt wird, und in der die südamerikanischen Länder u.a. beschließen, die Idee eines „Miteinander für Südamerika“ weiterzuverfolgen.
Als Abschluss erlebten wir in Lima einen unvergesslichen Abend mit 150 Jugendlichen im Innenhof des CVJM. Bei einem Konzert mit Lobpreisliedern tauchten die 100 Konferenzmitglieder in ein Meer aus Kindern und Jugendlichen ein und zusammen feierten wir eine große Party für Gott.
Ich persönlich bin Gott unglaublich dankbar, dass ich an dieser Konferenz teilnehmen durfte und an vielen Stellen habe ich spüren können, wie Er mich einerseits ganz neu berührte, mich andererseits aber auch gebrauchte, um zu Menschen zu sprechen, ihnen zuzuhören oder mit ihnen zu beten. Ich wünsche jedem von Ihnen/Euch, diese südamerikanische Art und Weise Gott zu loben und zu preisen ein Mal kennenzulernen!
Anne-Katharina Ochsenbauer (CVJM München)