


Diese Ikone symbolisiert die Dreieinigkeit Gottes mit einer Szene aus dem Alten Testament. Drei Männer besuchen Abraham und Sara. Jede der drei Personen hält einen Stab, das Sinnbild der Autorität, alle drei haben danach die gleiche göttliche Autorität. Die Pointe liegt für mich darin, dass unklar ist, wer der Vater, wer der Sohn und wer der heilige Geist ist. Ist dies nicht die stärkste Betonung der Einheit und Einzigkeit Gottes? Wir sehen und erleben drei Wirkweisen Gottes. Aber jede Wirkweise Gottes verweist uns auf die beiden anderen. Wir können nicht mit Bestimmtheit eine Existenzweise alleine identifizieren. Dass die drei eine Einheit bilden, wird durch den Kreis deutlich, in den die Personen hineinkomponiert sind. Die enge Gemeinschaft, in der sie durch die Sprache der Blicke und der Hände miteinander verbunden sind, verstärkt diese Wirkung.
Das Neue Testament bezeugt - beginnend mit der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus - die vielfältigen Beziehungen, durch die Vater, Sohn und Heiliger Geist verbunden sind. Sie sind einer, im Sinne von Einheit und Einzigkeit, aber nicht eins, denn Vater, Sohn und Geist sind in ihrer Göttlichkeit unterschieden. Brauchen wir diese feinen Unterscheidungen für unseren Glauben oder können wir uns ganz auf Jesus als Menschgewordener Gott konzentrieren?
Halten wir also zunächst fest: In Jesus hat Gott volle Gemeinschaft mit den Menschen, denn er begibt sich auf die Ebene der Menschen. Die Gottesherrschaft ist durch Jesus angebrochen. Jesus vergibt Sünden, sehr zur Überraschung der religiösen Führer. Besonders im Johannesevangelium nimmt Jesus auf seine Sendung durch den Vater Bezug, die in der Aussage Jesu kulminiert: „Ich und der Vater sind eins“ (Johannes 10,30). Jesus ist Gott. Jesus verdient genau deswegen unser unbedingtes Vertrauen, da er der Mittler zwischen uns Menschen und Gott ist.
Gleichzeitig macht uns auch der Heilige Geist Gott gegenwärtig. Der Heilige Geist wird den Christen Gottes Wort lehren und sie sowohl an die Worte Jesus erinnern, als auch Jesus als Sohn Gottes bezeugen. Der Heilige Geist schließt uns das aktuelle Reden Gottes auf, so dass wir es verstehen können. Er ist wesentlich für die Nähe Gottes zu den Menschen. Der Heilige Geist ist nicht nur Gabe, sondern Selbstgabe Gottes an die Menschen – er ist Gott.
In der Dreieinigkeit sehen wir die Lebendigkeit Gottes. Durch das ständige Zusammenwirken der drei Existenzweisen Gottes wird deutlich: Gott ist Beziehung; Gott ist Gemeinschaft und sucht Gemeinschaft mit den Menschen. Gott tritt uns Menschen in drei Existenzweisen gegenüber, so dass wir Gott in seiner Fülle und Tiefe erkennen mögen. Dann sind wir Kinder Gottes und erkennen in Gott unseren Vater: „Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater!“ (Galater 4,6).
Ihr
Stefan Nicklas
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