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Alles unter Kontrolle?

Eigentlich liebe ich abgefahrene Abenteuer. Herausforderungen. Unwägbarkeiten, die jeweils andere Lösungsansätze erfordern. Überraschende Begegnungen.

Je älter ich werde, desto wertvoller sind mir aber auch abschätzbare Ereignisse. Verlässliche Partner. Das kalkulierbare Risiko. Ich habe die Dinge gerne unter Kontrolle. Wie gestaltet sich unser nächster Urlaub? Was erwartet mich in dem Treffen? Woran bin ich bei der Person xy?

Es gibt Lebensfragen, die beiweitem nicht kalkulierbar sind. Positive und negative Überraschungen prägen unsere Biographie. Bei manchen mehr, bei anderen weniger. Werde ich einen Partner finden? Wie verläuft meine berufliche Karriere? Muss ich oder einer meiner Lieben mit einer schweren Krankheit kämpfen?

Auch in unserem Glauben tun sich wesentliche Fragen auf. Wodurch bekomme ich Heil für mein Leben? Kann mein Glaube auch in schweren Zeiten bestehen?

Den urchristlichen Gemeinden, die sich im Mittelmeerraum gebildet haben, war diese existentielle Bedrängnis stets vor Augen. Verfolgungen, Verrat, Verleumdungen. Die Dinge gerieten oft außer Kontrolle.

In den Sendschreiben der Offenbarung richtet der Schreiber folgende Worte an die Gemeinde in Philadelphia:

„Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen.“ (Offenbarung 3,8)

Jesus – der Heilige, der Wahrhaftige, hat die Schlüsselgewalt. Wo er aufsperrt, schließt niemand zu. Wo er zuschließt, sperrt niemand auf. Die Kontrolle liegt also nicht bei den Glaubenden, sondern bei Jesus.

Nicht durch unsere Taten, die Jesus sehr wohl bewusst sind („ich kenne deine Werke“) schließt sich uns die Himmelstür auf, sondern durch die Tat des einen souveränen Gottes.

Dieses Handeln Gottes belässt uns jedoch nicht in der Passivität. Gott sieht unser Ringen, er stellt sich zu unseren Anstrengungen, die von seinem Wort motiviert sind, auch wenn sie uns selbst oftmals viel zu bruchstückhaft erscheinen. Es gefällt ihm, durch uns Menschen sein Reich zu bauen – egal wie kontrolliert und zuverlässig wir uns dabei vorkommen.

Bin ich bereit, mich einem Gott anzuvertrauen, der mir Türen öffnet – oder verschließt?

Bin ich bereit, die Kontrolle meines Lebensweges an Jesus zu übergeben?

Ich habe dies mit einem freudigen Ja beschlossen – denn Jesus ist der Freund des Lebens. Und: Er ist der Gott, der ALLES Menschliche kennt, weil er selbst Mensch geworden ist.

Deshalb ist es für mich heute eine Herausforderung zu fragen: Was ist die Gelegenheit Gottes in diesem Moment? Welche Türe öffnet Gott gerade? Im Gespräch mit der Hilfe suchenden Frau. In der Projektarbeit mit meinen Kollegen. Im Regenschauer mitten im Sommerurlaub. Im Nichterfülltwerden eines Lebenstraumes.

Ich wünsche ihnen ein hoffnungsvolles Vertrauen auf Gott.

Ihr Matthias Ritter

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