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Wie Hoffnung entstehen kann

Einsam war der Weg für die beiden Jünger nach dem Tod Jesu hinaus aus Jerusalem. Nur weg von diesem Ort der Enttäuschung! Alle Hoffnung ist dahin. Nur weg, nach Emmaus! Die Hoffnung im Rücken, die Ungewissheit vor sich. Die Schwester der Hoffnungslosigkeit ist die Einsamkeit. Auch zu zweit kann man einsam sein. „Ich sehe nur noch Nebel vor mir, nur noch Ungewissheit“, so sagte mir einmal jemand niedergeschlagen. Wie sollen Worte trösten? Woher soll Hoffnung kommen? Was macht Hoffnung?

Diese beiden Jünger ahnten nicht, wer neben ihnen geht. Zu bitter war ihr Herz geworden, zu trübe ihre Gedanken. Erst als er, der scheinbar Unbekannte, ihnen das Brot am Abend austeilt, erkennen sie ihn. Es ist doch Jesus, den sie für tot und verloren hielten; er ist es. Seine Wunden, die ihm den Tod gebracht haben, sind zum Signal der Hoffnung geworden. Und alles verändert sich. Mit einem Mal. Mit einem Blick. Er, der tödlich Verwundete ist das Leben. So wird der Weg nach Emmaus und seine überraschende Wendung zum Symbol, zum Durchbruch, zum Aufbruch. Wenn Jesus lebt, kann ich auch leben. Und wenn alles dagegen steht? Alles aussichtslos ist? Hier liegt der Keim der Hoffnung: Jesus bietet sich selber an. Hoffnung hat einen Namen, Hoffnung ist eine Person: Jesus Christus.

Er, der auch die einsamen Wege mit uns geht, wird zur Quelle neuer Kraft, neuer Ideen. Warum? Aus Liebe zu jedem Menschen wird Jesus arm, ganz arm. Gerade so wird er zum Anführer der Hoffnung für viele. Selber leidend und helfend, redend und schweigend, setzt er seine Hoffnung ganz auf Gott, den Vater. Selbst in den letzten Atemzügen am Kreuz, in völliger Einsamkeit, bleibt Jesus diesem Vertrauen treu. Hoffnung und Vertrauen gehören zusammen. Jesus reiht sich in unser Leben ein, in unsere Armut, in unser Unvermögen. Aus göttlicher, schöpferischer Kraft wächst der Keim des Lebens am Ostermorgen. Hoffnung wider alle Machenschaften des Todes! Hoffnung keimt. Wie ein Samen. Oft sehr klein und unscheinbar. Und doch trägt dieser Keim schon die Gene der neuen Welt Gottes in sich. Das liebende Wort für einen einsamen Menschen oder das warme Essen für ein Kind, das keinen Mittagstisch kennt, sind solche Hoffnungskeime. Durch Menschen keimt Hoffnung, weil sie Hände und Füße bekommt. An der großen Hoffnungsgeschichte Gottes können Sie in der neuesten Ausgabe unser Programmheftes "unterwegs" (Mai-Juli) in kleinen Ausschnitten Anteil nehmen. Wo Menschen Hoffnung wagen, entsteht Hoffnung bei anderen.

Ihr Walter Kriechbaum

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