

Dieser Vers aus dem Psalm 139 steht als Monatsspruch über diesem Juli 2008. Der Psalmist findet dankbare Worte für die Nähe Gottes, für seine liebevolle Zuwendung und Begleitung.Was steckt da allein in diesem Vers 5 an Aussage und Verheißung: Geborgenheit und Heimat, Schutz und Geleit, Ermutigung und Nähe und die Zusage eines Gegenübers, das mich kennt und mit dem ich reden kann. Es ist eine Nähe, der ich mich getrost anvertrauen kann und die mir Mut macht, dieses Leben zu wagen.
Im Neuen Testament wird uns eine Nähe angeboten, die noch weit darüber hinausgeht. So sagt Christus in Offenbarung 3,20: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten, und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir.“ Mahlgemeinschaft mit dem Auferstandenen, Geburt Gottes in einem Menschen, der von Christus herausgerufen ist. Und im Gehorsam der Nachfolge wird diese Nähe zur Gewissheit: „Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.“ (Johannes 14,23)
„… denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“ sagt uns Römer 5,5. Wer von dieser Liebe trinkt, der wird verwandelt. Die Liebe setzt ihn frei aus allen Festlegungen und jedem Bildnis. Und auch die Menschen und Dinge um sich sieht er mit neuen Augen – ein aufregender, spannender und abenteuerlicher Weg Gottes mit einem Menschen nimmt seinen Anfang.
Wenn Liedermacher von dieser Liebe Gottes ergriffen werden, dann suchen sie nach Worten und tappen nach Vergleichen und können das Geheimnis doch nur andeuten: „Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer, wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus.“ (EKG 638)
Wir können uns der Liebe Gottes aussetzen und sie auch genießen, aber wir sollen ja auch wieder ins tägliche Leben zurückfinden und es aus dieser Liebe heraus gestalten – etwa indem wir einem Menschen etwas Gutes von Gott zusprechen, ganz so, wie es ein irischer Segensspruch tut, der sich wie eine Ausdeutung unseres Psalmworts liest:
Christus sei vor dir, um dir den rechten Weg zu zeigen.
Christus sei neben dir, um dich in die Arme zu schließen und dich zu schützen.
Christus sei hinter dir, um dich zu bewahren vor der Heimtücke böser Menschen.
Christus sei unter dir, um dich aufzufangen, wenn du fällst, und dich aus der Schlinge zu ziehen.
Christus sei in dir, um dich zu trösten, wenn du traurig bist.
Christus sei um dich herum, um dich zu verteidigen, wenn andere über dich herfallen.
Christus sei über dir, um dich zu segnen.
So segne dich der barmherzige und gütige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.
„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“Ich wünsche Ihnen einen sommerlichen Juli in der Nähe und Geborgenheit unseres Herrn!
Ihr Dieter Henckell
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