

Nach einem fetzigen Badmintonspiel und einer leckeren Suppe stellten die Väter im ersten Kraftwerk des Jahres der Religionsphilosophin Dr. Beate Beckmann-Zöller die Frage: „Allah, Christus - der gleiche Gott? Eine berechtigte Frage, denn viele Menschen glauben sowohl an einen Gott als auch daran, dass dieser Gott für alle monotheistischen Religionen gleich sei. Die Religionsphilosophin und Publizistin erklärte anhand der Frage „Wie kommt das Göttliche zum Menschen?“ die Unterschiede zwischen christlichem und islamischen Gottesbild. Zwei Ereignisse zeigen beispielhaft, wie der Islam den Charakter Gottes als Allmacht betont: Da ist zum einen die Entstehung des zentralen Heiligtums, der Kaaba in Mekka. Ein schwarzer Meteorit schlug an dieser Stelle ein. Gott kommt mit Macht. Auch die Berufung des Propheten Mohammed, der nach der Überlieferung vom Erzengel Gabriel gewürgt worden sei, zeigt: Gott kommt mit Macht. Anders die Begegnung des Engels Gabriel mit Maria: Er tritt ein, grüßt sie, ein Dialog entwickelt sich. Gott kommt als einer, der Beziehung zu den Menschen haben will, ihre Kritik und ihre Bedenken ernst nimmt.
Viel erfuhren die Männer in der kurzen Zeit über den Koran von Beate Beckmann-Zöller. Etwa auch, dass die Stellung des Koran in der muslimischen Religion nicht mit der Bibel im Christentum verglichen werden könne. Eher noch mit der Stellung Jesu: „Der Koran ist das Wort Gottes und dessen Auslegung. Jesus ist das Fleisch gewordene Wort Gottes“, sagt die Religionsphilosophin, die sich auch ehrenamtlich im CVJM München engagiert.
Die Männer sprachen viel über den radikalislamischen Terrorismus und die Furcht davor in der Welt. Beckmann-Zöller betonte, dass viele in Deutschland lebende Muslime die Ansichten dieser Terroristen nicht teilen würden. Durch die Präsenz des Islam in Deutschland bietet sich allerdings die Chance, sich geistig mit den Vorstellungen des Islam auseinanderzusetzen: „Wir können dadurch als Christen mehr Klarheit über unseren eigenen Glauben bekommen und Profil gewinnen.“ Wichtiger als über Religion zu reden, ist für Beckmann-Zöller die Begegnung. „Mein Ziel ist es, dass wir gastfreundlich werden für Muslime.“ In puncto Gastfreundschaft können wir Christen von etlichen Muslimen viel lernen.
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